Es ist wieder Zeit für ein neues „Try a chapter“. Ich habe mir wieder vier Bücher aus meinem Regal ausgesucht und jeweils die ersten Kapitel angelesen. Im Folgenden möchte ich euch meine ersten Leseeindrücke aufzeigen und wie mir der Einstieg in die Geschichten gefallen hat.
Die
Falle (Melanie Raabe)
Btb Verlag // 352 Seiten // 10,00 € (Taschenbuch)
Die
berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Seit elf
Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Als sie im Fernsehen den Mann zu
erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester umgebracht hat, versucht sie,
ihm eine Falle zu stellen – Köder ist sie selbst (Klappentext).
Inhalt: Wir erfahren in den ersten Kapiteln wie
unsere Protagonistin Linda Conrads lebt, wie sie sich in ihrer eigenen kleinen
Welt zurückzieht und mit welchen Ängsten und Zwängen sie sich Tag für Tag zu stellen
hat. Es wird auch auf ihre Vergangenheit eingegangen und in einem kurzen
Rückblick der Abend geschildert, an dem ihre Schwester ermordet wurde. In der
nächsten Szene erleben wir wie Linda durch einen Bericht im Fernsehen geweckt
wird und dabei den Mann sieht, den sie als Mörder ihrer Schwester zu erkennen
glaubt.
Fazit: Mit den ersten
Sätzen war ich bereits gefesselt von dem Schreibstil von Melanie Raabe. Ich
habe schon länger keinen so intelligenten und metaphorischen Schreibstil gelesen.
Das schöne dabei ist, dass dieser sich überhaupt nicht anstrengend lesen lässt,
sondern genau so flüssig wie bei anderer Unterhaltungsliteratur. Durch die Ich-Perspektive
und teilweise recht kurzen Sätze wird der Charakter der Protagonisten deutlich hervorgebracht.
Man hat wirklich das Gefühl im Kopf von Linda Condrads zu sein und ihre
Gedankengänge zu verfolgen. Ein weiter Pluspunkt für mich war die kurze
Kapitellänge, die mit einem Mini Cliff-Hänger enden. Für mich ein absolutes „Muss“
bei Thrillern.
Ich war nach ein paar wenigen Seiten schon sehr
angetan von der Geschichte und wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus
der Hand legen. Definitiv die erste Wahl für meinen nächsten Thriller.
Wie
die Stille unter Wasser (Brittainy C. Cherry)
LYX // 400 Seiten // 12,99 € (Klappbroschur)
Inhalt: Im Prolog
lernen wir unsere Protagonisten Maggie und Brooks in Kindesalter kennen. Maggie
zieht mit ihrem Vater zu seiner neuen Freundin und deren Kindern. Es wird kurz
auf die Vergangenheit von Maggie und die verschiedenen Beziehungen ihres Vaters
angedeutet. In Maggies ersten Nacht in ihrem neuen Zuhause kann sie vor Angst
nicht schlafen. Der Nachbarsjunge (und bester Freund von Maggies neuem Steifbruder)
Brooks übernachtet in dieser Nacht dort. Als er Maggies Weinen bemerkt, gibt er
ihr ein Nachtlicht, damit sie keine Angst im Dunkeln haben muss. Im ersten
Kapitel sehen wir dann einen Briefwechsel zwischen den beiden Kindern, wo sie
10 Jahre alt sind. Dort wird das typische Necken zwischen Mädchen und Jungs in
diesem Alter erzählt.
Fazit: Ich weiß auch nicht wie Brittainy C.
Cherry immer macht, aber ich war sofort drin in der Geschichte und hatte ein
Lächeln im Gesicht. Wie eigentlich bei jedem ihrer Bücher ist auch hier schon
wieder erkennbar, dass eine sehr emotionale Geschichte vor einem liegt. Man hat
einfach sofort eine Bindung zu den Charakteren aufgebaut und das auf so wenigen
Seiten. Des Weiteren hat die Autorin es echt drauf aus Sicht von Kindern zu
schreiben. Der Prolog ist in der Ich-Perspektive aus Maggies Sicht geschrieben.
Es wirkt so echt und man hat das Gefühl als würde Maggie uns ihre Geschichte
selbst erzählen und nicht eine erwachsene Bestsellerautorin.
Für
mich wieder ein klasse Beginn eines ihrer Romane. Auch hier hätte ich am
liebsten direkt weitergelesen. Und auch hier: Definitiv die erste Wahl für
meinen nächsten Liebesroman.
Wie
Eulen in der Nacht (Maggie Stiefvater)
Knaur // 304 Seiten // 14,99 € (Klappbroschur)
Wem
nur noch ein Wunder helfen kann, der findet stets seinen Weg in die Wüste
Colorados zur außergewöhnlichen Familie Soria. Doch die Wunder der Sorias sind
unberechenbar, und wer sie aus eigener Kraft nicht vollenden kann, zahlt einen
hohen Preis. Auch Daniel Soria bewirkt diese Wunder mit der Ernsthaftigkeit und
Hingabe, die es braucht. Doch dann bricht er die wichtigste Regel seiner
Familie: Er mischt sich in ein Wunder ein.
Inhalt: Das Buch beginnt mit einer kurzen
Einführung über die Gemeinsamkeiten zwischen Wundern und Radiowellen. Bevor
dann mit der eigentlichen Geschichte mit einer märchenähnlichen Einleitung
begonnen wird. Wir lernen drei Mitglieder der Familie Soria kennen. Beatriz,
Daniel und Joaquin sind Cousins und führen einen illegalen kleinen Radiosender.
Während die drei ihre Radiosendung aus einem Auto heraus in die Welt hinaus senden,
werden die Hintergründe der einzelnen Charaktere in Form von kleinen Anekdoten
erzählt. Hierbei wird immer wieder ein Bezug zu der Thematik Wunder hergestellt
und das die Familie in der Hinsicht eine Berufung aufweist.
Fazit: Das erste was mir beim Lesen des
ersten Kapitels in den Sinn kam waren die Wörter „seltsam“ und „einzigartig“.
Maggie Stiefvater hat eine ganz besondere Art zu schreiben. Es wirkt märchenhaft
und verträumt. Als würde sie beim Erzählen von ihrem Hauptgedanken abschweifen,
streut sie immer wieder zunächst unwichtig wirkende Informationen ein. Sofort
drängt sich bei einem dann die Frage auf, wohin das Erzählte führen soll. So
kunstvoll dieser Schreibstil wirkt so anstrengend ist es auch die Geschichte zu
lesen. Es ist definitiv keine leichte Geschichte für zwischendurch, sondern ein
Buch was man konzentriert verfolgen muss, um es in seiner vollen Pracht erleben
zu können.
Ich
bin sehr gespannt und neugierig auf die Handlung. Allerdings werde ich noch
nicht sofort zu diesem Buch greifen, sondern erst wenn ich mich der Geschichte
mit genügend Zeit und Konzentration widmen kann.
Das
Mädchen aus Feuer & Sturm (Renée Ahdieh)
One Verlag // 416 Seiten // 18,00 €
(Hardcover)
Mariko
ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug
und erfinderisch sie auch sein mag - über ihre Zukunft entscheiden andere. Als
sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr
Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem
blutigen Überfall - und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge
verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt
kennen. Und sie verliert ihr Herz ... ausgerechnet an den Feind.
Inhalt: Die Geschichte beginnt mit einer sehr
brutalen Szenerie. Ein kleiner Junge muss miterleben wie sein Vater als angeblicher
Verräter hingerichtet wird. Wir befinden uns dabei in der asiatischen Welt der
Samurai. Nach der Hinrichtung geht der Junge durch die Straßen und trifft dabei
auf ein kleines Mädchen mit dem er längeren Blickkontakt hat.
Fazit: Bereits in den ersten Seiten wird man
in die Welt der Samurai gesogen. Es werden viele asiatische Begrifflichkeiten
verwendet, mit denen ich zu Beginn nicht wirklich etwas anfangen konnte (zum
Glück gibt es am Ende des Buches ein kleines Glossar, in dem man alles
nachschlagen kann). Ich finde es immer schwierig auf ein paar Seiten in eine
komplett fremde Welt entführt zu werden, weswegen mir der Einstieg hier etwas
schwerer gefallen ist.
Nichts
desto trotz denke ich, dass mich hier eine interessante Geschichte mit vielen
Intrigen erwarten wird.
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