Autor: Jeanne
Ryan
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2016 (als
Taschenbuch)
Seitenanzahl: 316
Genre: Jugendbuch
/ Romanvorlage zum Kinofilm
Preis: 9,99 €
(Taschenbuch)
Inhalt
In
„Nerve-Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen“, welches von Jeanne Ryan
geschrieben wurde, geht es um Vee, welche das typische schüchterne
Mauerblümchen von neben an ist. Sie wird von ihrer allseits präsenten Freundin
Sydney ständig in den Hintergrund gerückt. Aber als das neue illegale
Online-Spiel „Nerve“ im Internet die Runde macht, tut Vee etwas, was niemand von
ihr erwartet hat, und nimmt selbst als Player teil. Bei diesem Spiel geht es
darum peinliche bis gefährliche Challenges zu meistern, während ein
Millionenpublikum zusieht. Für jede bestandene Aufgabe bekommen die Player
verlockende Preise. Bei einer ihrer Challenges trifft Vee auf den attraktiven
Ian, der sich als ihr künftiger Spielpartner entpuppt. Schon bald werden die
zwei als Internetstars gefeiert, doch auch ihre Aufgaben werden immer
riskanter.
Meine
Meinung
Ich bin durch den Trailer der Verfilmung, die letztes Jahr
im Kino lief, auf dieses Buch aufmerksam geworden. Somit wollte ich erst diese
Geschichte lesen bevor ich mir den Film anschaue. Und das habe ich dann auch
getan und muss sagen, dass ich leider sehr enttäuscht wurde. Mich haben die
Grundidee und die authentische Thematik sofort angesprochen und ich war Feuer
und Flamme auf dieses Buch. Bis ungefähr zur Hälfte hat es mir auch noch recht
gut gefallen, aber dann ging es meiner Meinung nach steil bergab.
Die Geschichte ist aus Vees Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben, welches dem
Leser einen guten Einblick in ihre Gefühlswelt bietet. Allerdings ist Vee etwas
jünger als ich es bin und somit konnte ich nicht jede ihrer pubertären
Handlungen nachvollziehen. In der ersten Hälfte des Buches hielt sich dies aber
noch in Grenzen und es hat mich noch nicht so stark gestört.
Neben Vee tauchen noch andere Charaktere auf, wie ihre beste Freundin Sydney, ihr Schwarm Matthew
und der mysteriöse attraktive Spielpartner Ian. Alle Charaktere sind klassische
Sterotypen. Sydney ist das typische beliebte Mädchen, Matthew ist das männliche
Äquivalent zu ihr und Ian ist der mysteriöse Außenseiter, wo keiner seine
Vorgeschichte kennt. Wenn man sich darauf allerdings einstellt, kann man gut
über diese Macken hinwegsehen.
Ein Aspekt hat mich aber doch stark gestört und den
gesamten Verlauf der Handlung sehr
unrealistisch gemacht. Dies war das fehlende Auftreten von Vees Eltern. Es fiel
besonders in der zweiten Hälfte des Buches auf, als die
Challenges immer gefährlicher wurden. Zwar werden ihre Eltern ab und zu in
einem Beisatz erwähnt, im Bezug darauf, dass Vee Ärger bekommen könnte, aber
mehr passiert nicht. Gerade dieser Aspekt lässt die gesamte Geschichte überaus
unlogisch werden. Denn ein Millionenpublikum kann Vee bei ihren Aufgaben
beobachten, nur ihre Eltern bekommen davon nichts mit und machen sich auch
überhaupt keine Sorgen, dass ihre Tochter nachts nicht mehr nach Hause kommt.
Welche Eltern, deren Tochter ihnen nicht völlig egal ist, würden sich so
verhalten?
Das Ende des
Buches hat mir dann den letzten Rest gegeben. Der Showdown der Challenges wurde
völlig überdramatisiert dargestellt und erst zu diesem fortgeschrittenen
Zeitpunkt fängt unsere Protagonisten an ihr Hirn einzuschalten und das ganze
Spiel zu hinterfragen. Dies wirkte auf mich als wenn man an der Stelle
unbedingt ein paar „Möchtegern-Triller-Elemente“ einbauen wollte. Auf den letzten
Seiten nach der Auflösung wurde dann mit einem offenen Ende nochmal versucht
Spannung in das völlig vermurkste Finale zu bringen. Allerdings hat mich dieser
Aspekt mehr lachend mit dem Kopf schütteln lassen.
„Nerve“ ist somit ein Buch, welches man definitiv nicht
gelesen haben muss. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass etwas jüngeren
Leser vielleicht Gefallen daran finden könnten, weil sie sich vermutlich besser
in Vees Denkweise einfinden können.
Insgesamt lässt sich sagen, dass „Nerve“ einen sehr guten
Ansatz hatte, der aber leider nicht gut umgesetzt wurde. Ich habe das Buch mit
dem Gefühl beendet, dass man es hätte so viel besser machen können, denn die
Grundidee ist durchaus realistisch und gerade in der heutigen Zeit durchaus denkbar. Deswegen bleibt mir als Fazit
nur eins zu sagen: „Schade!“
Meine Bewertung
2 ★ von 5★
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