Autor: Sarah J. Maas
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenanzahl: 475
Genre: Jugendbuch/ Fantasy
Preis: 18,95 €
Inhalt
„Das Reich der sieben Höfe - Dornen
und Rosen“ ist der erste Teil einer Fantasy Reihe von Sara J. Maas und ist in
der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt.
In dieser Geschichte geht es um
Feyre, die in ärmlichen Verhältnissen in einer kleinen Hütte zusammen mit ihrem
Vater und ihren beiden Schwestern lebt. Um ihre Familie zu ernähren ist Feyre
gezwungen im Wald jagen zu gehen. Dieser Wald grenzt an die Mauer, welche das
Reich der Sterblichen von dem Reich der Fae trennt. Fae sind magische Wesen,
welche von den Menschen gefürchtet und zutiefst gehasst werden.
Eines Tages
erlegt Feyre auf der Jagd einen Wolf, dessen Fell sie im Dorf verkauft. Kurze
Zeit später wird sie zu Hause von dem wütenden High Fae Tamlin aufgesucht, der
ihr vorwirft seinen Freund getötet und somit den Vertrag zwischen Menschen und
Fae gebrochen zu haben. Denn der Wolf, den Feyre erlegt hat, war kein
gewöhnlicher Wolf, sondern ein Fae. Als Strafe steht sie nun vor der Wahl
selbst zu sterben oder den Rest ihres Lebens in Prythian, dem Land der Fae, zu
verbringen. So ist Feyre gezwungen mit Tamlin an den Frühlingshof zu reisen und
ihre Familie und ihr altes Leben hinter sich zu lassen.
Meine Meinung
Mir hat das
Buch insgesamt sehr, sehr gut gefallen. Am Anfang hatte ich doch einige
Startschwierigkeiten in die Geschichte abzutauchen, da sich die ersten 100
Seiten meiner Meinung nach etwas gezogen haben. Doch ab dann wurde es immer
spannender und gegen Ende des Buches konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand
legen.
Der Inhalt des Buches ist gut durchdacht
und viele anscheinend unbedeutende Details zu Beginn wurden im Verlauf der
Geschichte wieder aufgegriffen. Ich habe an einigen Stellen sogar nochmal
zurückgeblättert, um die Anspielungen oder Hinweise erneut zu lesen. Der Verlauf
des Buches weist auch Parallelen zu „Die Schöne und das Biest“ auf, da es sich
hier um eine Märchenadaption handelt. Allerdings hat Sarah J. Maas sich nur an
dem Grundthema des Märchens orientiert und so etwas ganz eigenes daraus
gemacht. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen, da sie sich so noch
Spielraum für den Inhalt der Folgebände gelassen hat.
Desweiteren war
auch der Aufbau der Welt sehr kreativ
und detailliert gestaltet. Der Autorin gelingt es ohne zu ausschweifend oder langatmig
zu werden dem Leser ein klares Bild im Kopf zu schaffen. Die
Gesellschaftsstrukturen der Welt sind logisch und in sich schlüssig, welches
sie durch das Andeuten einer Vorgeschichte zu der Welt um Prythian erreicht.
Diese Vorgeschichte wird in kleinen Teilen über das Hauptgeschehen des Buches
verteilt, sodass der Leser nur in Häppchen immer mehr über die Welt erfährt.
Die Charaktere waren interessant und
vielseitig gestaltet. Unsere Protagonistin Feyre ist nicht perfekt, welches
durch ihre engstirnige Sicht der Dinge zu Beginn verdeutlicht wird. Sie macht
aber im Verlauf der Geschichte eine enorme Wandlung durch. Der High Fae Tamlin
ist anfänglich sehr geheimnisvoll dargestellt und ich konnte die
Gefühlsmischung bestehend aus Misstrauen und Anziehung von Feyre mitempfinden
und war innerlich genauso aufgewühlt wie sie. Der Nebencharakter Lucien bringt
Humor und Witz mit ein und lockert so die ernsten Geschehnisse etwas auf.
Leider wurde der Charakter Rhysand meiner Meinung nach erst sehr spät
eingeführt und ich hätte es interessanter gefunden, wenn er schon früher am
Geschehen teilgenommen hätte. Insgesamt hat Sarah J. Maas viele sehr
unterschiedliche Charaktere aufeinander prallen lassen, was die Dialoge der
Figuren untereinander umso interessanter gemacht hat.
Am wohl spannendsten
war aber das Ende des Buches, welches
das anfängliche Schneckentempo wieder wet gemacht hat. Die Ereignisse haben
sich mehr und mehr überschlagen und sich gegenseitig immer mehr übertroffen. Wie
zuvor schon erwähnt wollte und konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Und ist
das nicht der Effekt, den wir alle so sehr an besonders guten Büchern lieben?
Das Genre wird mit Jugendbuch und Fantasy
beschrieben. In meinen Augen trifft dies aber nicht zu 100% zu, da die
Geschichte und der Schreibstil der Autorin schonungslos und unverblümt sind. So
ist dieses Buch deutlich reifer im Vergleich mit anderen Jugendbüchern auf dem
Markt.
Insgesamt
betrachtet hat Sarah J. Maas mit „Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen“
einen grandiosen Auftakt für ihre Fantasy Reihe geschaffen. Es ist kreativ,
vielseitig und gegen Ende unglaublich spannend erzählt, sodass man die kurze
Eingewöhnungsphase über die ersten 100 Seiten meines Erachtens nach gut
verschmerzen kann, da man mit einem unglaublichen Finale belohnt wird.
Für alle von
euch, die Fantasy lieben, ist dieses Buch mehr als geeignet und empfehlenswert.
Aber auch die Märchenliebhaber werden ihre Freude daran finden. Dadurch, dass
die Geschichte sehr erwachsen erzählt wird, können aber auch „Jugendbuch-NICHT-Leser“ hier bedenkenlos
zugreifen.
Meine Bewertung
4,5 ★ von 5★
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